Ein Notgroschen ist eine finanzielle Reserve für unerwartete und notwendige Ausgaben. Er sorgt dafür, dass ein kaputtes Auto oder eine hohe Rechnung nicht gleich dein ganzes Budget durcheinanderbringt.
Ich kenne das selbst: Solange alles normal läuft, denkt man darüber kaum nach. Das Geld kommt rein, die Rechnungen werden bezahlt und vielleicht bleibt am Monatsende sogar etwas übrig.
Und dann geht die Waschmaschine kaputt. Das Auto muss in die Werkstatt oder eine unerwartete Nachzahlung kommt ins Haus. Plötzlich fehlen ein paar Hundert Euro.
Gerade wenn ein notwendiges Haushaltsgerät wie die Waschmaschine plötzlich kaputtgeht, lohnt es sich trotzdem, Preise zu vergleichen und nicht vorschnell das erste Gerät zu kaufen. Hier kannst du verschiedene Waschmaschinen vergleichen und schauen, welches Modell zu deinem Budget passt.
Genau in solchen Momenten merkst du, wie wertvoll eine finanzielle Reserve sein kann. Und dafür musst du nicht sofort mehrere Tausend Euro auf dem Konto haben.
Was ist ein Notgroschen und wofür brauchst du ihn?
Ein Notgroschen ist Geld, das du bewusst für unvorhergesehene finanzielle Situationen zurücklegst.
Ohne Rücklage bleiben bei einer unerwarteten Ausgabe häufig nur wenige Möglichkeiten: das Girokonto überziehen, die Kreditkarte nutzen, eine Rechnung verschieben oder sich Geld leihen.
Der Notgroschen kann genau diesen Kreislauf unterbrechen. Er verhindert zwar nicht, dass etwas kaputtgeht oder eine Rechnung höher ausfällt als erwartet. Aber du hast Geld zur Verfügung, ohne dafür neue Schulden machen zu müssen.
Typische Situationen können sein:
- • eine unerwartete Autoreparatur
- • eine kaputte Waschmaschine oder ein anderes notwendiges Haushaltsgerät
- • eine dringende Reparatur
- • vorübergehend weniger Einkommen
- • eine unerwartete Nachzahlung
Gerade beim Thema Nachzahlungen sehe ich durch meine Arbeit in der Objektbuchhaltung immer wieder, wie schnell zusätzliche Kosten entstehen können. Eine Nebenkostenabrechnung mit einer höheren Nachzahlung kann das monatliche Budget ordentlich durcheinanderbringen, wenn dafür keine Rücklage vorhanden ist.
💡 Wichtig
Urlaub, Weihnachtsgeschenke oder eine geplante größere Anschaffung gehören nicht zum Notgroschen. Für vorhersehbare Ausgaben kannst du besser eigene Rücklagen bilden.
Wie hoch sollte dein Notgroschen sein?
Immer wieder liest man die Empfehlung, drei bis sechs Monatsausgaben als Notgroschen zurückzulegen.
Grundsätzlich kann eine solche Reserve sinnvoll sein. Als erstes Sparziel finde ich diese Zahl aber eher abschreckend. Wenn du bei null anfängst und dir ausrechnest, dass du eigentlich 5.000, 8.000 oder 10.000 Euro brauchst, wirkt das Ziel schnell unerreichbar.
Deshalb würde ich anders anfangen: Berechne zunächst, wie viel Geld du für einen normalen Monat wirklich brauchst.
Dazu gehören zum Beispiel Miete und Nebenkosten, Lebensmittel, Strom, Versicherungen, Mobilität und andere notwendige Verpflichtungen.
Angenommen, dein notwendiger Monatsbedarf liegt bei 1.700 Euro. Dann kannst du deinen Notgroschen in Etappen aufbauen:
💡 Dein Notgroschen in Etappen
1. Ziel: 500 Euro
2. Ziel: 1.000 Euro
3. Ziel: ein Monatsbedarf = 1.700 Euro
Langfristiges Ziel: zum Beispiel drei Monatsbedarfe = 5.100 Euro
Damit konzentrierst du dich nicht auf eine riesige Summe, sondern immer nur auf dein nächstes erreichbares Ziel.
Bevor du festlegst, wie viel du für deinen Notgroschen zurücklegen kannst, solltest du wissen, was jeden Monat tatsächlich reinkommt und wieder rausgeht. Wenn dir dieser Überblick noch fehlt, zeige ich dir in meinem Artikel Finanzplanung für Frauen – so bekommst du mehr Überblick.
Wie viel Notgroschen passt zu deinem Leben?
Nicht jede Frau braucht dieselbe Rücklage. Deine persönliche Situation spielt eine große Rolle.
Ein größerer Puffer kann beispielsweise sinnvoll sein, wenn du selbstständig bist, dein Einkommen schwankt oder du allein für deinen Lebensunterhalt verantwortlich bist.
Vielleicht arbeitest du in Teilzeit, hast dich nach einer Trennung finanziell neu aufgestellt oder baust dir nach Jahren der Familienarbeit wieder ein eigenes Einkommen auf. Auch ein Auto, auf das du beruflich unbedingt angewiesen bist, kann ein Grund für eine etwas größere Reserve sein.
Deshalb würde ich nicht nur fragen: Wie viel Notgroschen sollte man haben?
Frag dich lieber: Wie viel Rücklage brauche ich, damit mich eine unerwartete Ausgabe nicht sofort finanziell aus der Bahn wirft?
Wo solltest du deinen Notgroschen aufbewahren?
Dein Notgroschen sollte schnell verfügbar sein, aber nicht zwischen deinem normalen Alltagsgeld liegen.
Dafür kann sich ein separates Tagesgeldkonto eignen. Du trennst deine Rücklage vom Girokonto und kommst trotzdem an das Geld, wenn du es wirklich brauchst.
Beim Notgroschen geht es für mich nicht darum, die höchstmögliche Rendite zu erzielen. Seine wichtigste Aufgabe ist, dir im richtigen Moment zur Verfügung zu stehen.
Deshalb würde ich Geld, das als Notgroschen gedacht ist, nicht vollständig in Aktien oder ETFs investieren. Du weißt nicht, wann du darauf zugreifen musst und wie die Kurse zu diesem Zeitpunkt stehen.
5 Möglichkeiten, wie du deinen Notgroschen aufbauen kannst
1. Lege einen festen Betrag fest
Warte nicht darauf, was am Monatsende zufällig übrig bleibt. Entscheide vorher, welcher Betrag realistisch in dein Budget passt.
50 Euro monatlich ergeben nach einem Jahr 600 Euro. Bei 75 Euro sind es 900 Euro und bei 100 Euro bereits 1.200 Euro.
2. Mach das Sparen automatisch
Ein Dauerauftrag kurz nach deinem Gehaltseingang nimmt dir jeden Monat eine Entscheidung ab. Das Geld wandert automatisch auf dein separates Konto, bevor es im Alltag ausgegeben wird.
Lieber dauerhaft 30 Euro zurücklegen, als dir 150 Euro vorzunehmen und das Geld regelmäßig wieder zurücküberweisen zu müssen.
3. Nutze zusätzliche Einnahmen
Eine Rückzahlung, ein Bonus, Einnahmen aus einem Nebenjob oder der Verkauf nicht mehr benötigter Dinge können deinen Notgroschen schneller wachsen lassen.
Du musst nicht alles davon sparen. Du könntest beispielsweise festlegen, dass 50 Prozent solcher zusätzlichen Einnahmen in deine Rücklage fließen.
Vielleicht ist in deinem monatlichen Budget gerade kaum Spielraum zum Sparen. Dann kann es sich lohnen, auch die andere Seite anzuschauen: nicht nur weniger ausgeben, sondern die Einnahmen erhöhen. Hier findest du 15 Ideen für zusätzliche Einkommensquellen.
4. Unterschätze kleine Beträge nicht
Wenn gerade keine 100 Euro möglich sind, können es auch 20 Euro sein. Nach einem Jahr sind daraus 240 Euro geworden.
Kommt dann eine unerwartete Rechnung über 200 Euro, macht dieser kleine Puffer bereits einen Unterschied.
5. Spare frei gewordenes Geld weiter
Du kündigst ein Abo und sparst dadurch jeden Monat 20 Euro? Oder ein Vertragswechsel bringt dir 30 Euro Ersparnis? Überweise diesen Betrag weiter, diesmal auf dein Notgroschen-Konto.
Das Geld war vorher bereits in deinem Budget eingeplant. Dadurch fühlt sich diese Form des Sparens oft leichter an.
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Ein Notgroschen gibt dir mehr als nur Geld auf dem Konto
Für mich gehört zu einem Notgroschen noch etwas anderes: das Gefühl, nicht bei jeder ungeplanten Rechnung sofort überlegen zu müssen, wie man sie bezahlen soll.
Eine Autoreparatur über 700 Euro ist immer noch ärgerlich. Aber es ist ein großer Unterschied, ob du gleichzeitig nach einer Finanzierung suchen musst oder weißt: Das Geld dafür ist da.
Und schon die ersten selbst angesparten 500 Euro können etwas verändern. Du siehst, dass du dir Schritt für Schritt selbst eine finanzielle Reserve aufbauen kannst.
Was ist, wenn du einen Monat nichts sparen kannst?
Nicht jeder Monat läuft nach Plan. Vielleicht kommt eine höhere Rechnung oder dein Einkommen fällt niedriger aus.
Wenn du normalerweise 50 Euro sparst und es in einem Monat nur 10 Euro oder gar nichts sind, ist dein bisheriger Fortschritt nicht verloren. Im nächsten Monat machst du weiter.
💡 Ein Sparplan darf sich deinem Leben anpassen
Es geht nicht um zwölf perfekte Sparmonate. Entscheidend ist, dass du langfristig dranbleibst.
Notgroschen oder Schulden abbauen: Was kommt zuerst?
Wenn du Schulden hast, kann trotzdem eine kleine Reserve sinnvoll sein. Steckt jeder freie Euro in der Schuldentilgung und du hast keinerlei Puffer, kann die nächste unerwartete Ausgabe direkt zu neuen Schulden führen.
Eine Möglichkeit ist deshalb, zunächst einen kleinen Basis-Notgroschen aufzubauen und anschließend den Schwerpunkt auf den Schuldenabbau zu legen. Wie du dabei vorgehst, hängt allerdings von deiner persönlichen Situation und der Art deiner Schulden ab.
Wenn du nach deinem ersten kleinen Notgroschen gezielt deine Schulden angehen möchtest, stellt sich die nächste Frage: Welche Schuld zuerst? In meinem Artikel Schulden abbauen: Schneeball oder Lawine zeige ich dir die beiden Methoden und ihre Unterschiede.
Wann solltest du deinen Notgroschen wirklich nutzen?
Bevor du Geld aus deiner Reserve nimmst, helfen drei einfache Fragen:
- ✓ Ist die Ausgabe unerwartet?
- ✓ Ist sie notwendig?
- ✓ Kann sie nicht sinnvoll aufgeschoben werden?
Kannst du alle drei Fragen mit Ja beantworten, ist das ein gutes Zeichen dafür, dass genau dafür deine Reserve gedacht ist.
Und wenn du deinen Notgroschen tatsächlich brauchst, hast du nicht versagt. Er hat genau das gemacht, wofür du ihn aufgebaut hast. Danach beginnst du einfach wieder damit, ihn aufzufüllen.
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Häufige Fragen zum Notgroschen
Wie hoch sollte ein Notgroschen sein?
Das hängt von deinem Monatsbedarf und deiner persönlichen Situation ab. Wenn du noch keine Rücklage hast, können 500 oder 1.000 Euro ein realistisches erstes Ziel sein. Danach kannst du Schritt für Schritt einen oder mehrere Monatsbedarfe zurücklegen.
Wo sollte ich meinen Notgroschen aufbewahren?
Deine Rücklage sollte getrennt von deinem Alltagsgeld und kurzfristig verfügbar sein. Dafür kann beispielsweise ein separates Tagesgeldkonto infrage kommen.
Kann ich einen Notgroschen aufbauen, wenn ich wenig Geld habe?
Ja. Auch 10, 20 oder 50 Euro monatlich bauen mit der Zeit eine Rücklage auf. Ein kleiner Betrag, den du dauerhaft sparen kannst, ist sinnvoller als ein zu hohes Sparziel, das dein Budget jeden Monat überfordert.
Sollte ich meinen Notgroschen investieren?
Bei einem Notgroschen steht die kurzfristige Verfügbarkeit im Vordergrund. Anlagen mit stärkeren Wertschwankungen eignen sich deshalb weniger für Geld, auf das du möglicherweise kurzfristig angewiesen bist.
Was mache ich, wenn ich meinen Notgroschen aufgebraucht habe?
Dann hat er seinen Zweck erfüllt. Sobald es finanziell wieder möglich ist, baust du deine Reserve erneut auf. Du weißt dann bereits, dass du es schaffen kannst.
Fazit: Fang mit deinem ersten erreichbaren Ziel an
Ein Notgroschen bedeutet für mich vor allem finanzielle Sicherheit. Nicht, weil damit jede finanzielle Überraschung verschwindet, sondern weil du ihr etwas entgegensetzen kannst.
Du musst nicht sofort mehrere Monatsausgaben zurückgelegt haben. Fang mit einem Betrag an, der für dich erreichbar ist. Vielleicht sind es zunächst 500 Euro. Danach kommen die nächsten 500.
Und wenn ein Monat dazwischenkommt, in dem du nichts sparen kannst, machst du danach weiter.
Die entscheidende Frage ist deshalb nicht, wie schnell du mehrere Tausend Euro zusammensparst. Sondern: Welchen ersten Betrag kannst du jetzt für deine finanzielle Reserve zurücklegen?
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