Offenes Journal mit handgeschriebener Überschrift „Journaling leicht erklärt – dein Einstieg mit Herz, Stift und Papier“, umgeben von Stift, Washi Tape, Stickern und kreativen Journaling-Elementen auf einem Holztisch.

Journaling leicht erklärt – dein Einstieg mit Herz, Stift und Papier

Journaling begleitet mich inzwischen seit einigen Jahren sehr intensiv. Journaling ist eine einfache und wirkungsvolle Methode, um Gedanken zu sortieren, Gefühle zu reflektieren und mehr Klarheit im Alltag zu gewinnen. In diesem Artikel erfährst du, wie Journaling funktioniert, welche Methoden es gibt und wie du ganz leicht damit anfangen kannst.

Doch immer wieder bekomme ich dieselbe Frage gestellt: Wie funktioniert Journaling eigentlich?

Die wichtigste Antwort gleich zu Beginn:

👉 Es gibt kein richtig oder falsch.
👉 Du entscheidest, wie dein Journaling aussieht.

Für mich ist Journaling Teil einer kreativen Entdeckungsreise. Sketchnotes, Bullet Journal und Journaling greifen ineinander, überschneiden sich und dürfen sich verändern. Die Grenzen sind fließend – und genau das macht den Zauber aus.

Journaling oder Tagebuch – wo liegt der Unterschied?

Die Begriffe „Journaling“ und „Tagebuch schreiben“ werden oft gleichgesetzt. Dabei gibt es feine, aber wichtige Unterschiede.

Tagebuch schreiben bedeutet meist, Erlebnisse und Ereignisse des Tages festzuhalten. Was ist passiert? Wie habe ich mich gefühlt? Es geht um Dokumentation und Rückblick – mal kurz, mal ausführlich, strukturiert oder ganz frei.

Journaling hingegen ist weiter gefasst. Hier geht es nicht nur um das äußere Geschehen, sondern vor allem um dein Innenleben. Gedanken, Gefühle, Träume, Ziele, Ideen oder kreative Prozesse finden Raum – unabhängig davon, ob sie an einen konkreten Tag gebunden sind oder nicht.

Kurz gesagt:
🖊️ Tagebuch → Blick auf den Tag
🖊️ Journaling → Blick nach innen

Und genau dafür gibt es unzählige Methoden, aus denen du wählen – oder die du kombinieren – kannst.

Nahaufnahme von schreibender Hand, leere und beschriebene Seiten, ruhige Morgenstimmun

Schreiben ohne Filter – die Kraft des Freewriting

Freewriting ist eine sehr einfache und gleichzeitig unglaublich wirkungsvolle Methode. Du schreibst für eine festgelegte Zeit einfach alles auf, was dir durch den Kopf geht – ohne Pause, ohne Bewertung, ohne Korrektur.

Der innere Kritiker darf dabei Urlaub machen.
Es geht nicht um schöne Sätze, sondern um Ehrlichkeit und Fluss.buch

Morning Pages – Schreiben am Morgen

Eine bekannte Form des Freewriting sind die Morning Pages, bekannt geworden durch Julia Cameron und ihr Buch The Artist’s Way.

Die Idee:
Jeden Morgen schreibst du drei handschriftliche Seiten, direkt nach dem Aufwachen. Noch bevor das Handy in die Hand kommt, bevor der Tag startet.

Wichtige Regeln dabei:

  • Schreibe von Hand
  • Zensiere nichts
  • Überarbeite nichts
  • Behalte es ganz für dich

Diese Seiten dürfen chaotisch, banal oder wirr sein. Genau das ist der Punkt. Morning Pages helfen, Gedanken zu sortieren, innere Blockaden zu lösen und mit mehr Klarheit in den Tag zu starten.

Ordnung im Kopf – Bullet Journaling

Beim Bullet Journaling arbeitest du mit Listen, Symbolen und kurzen Notizen. Aufgaben, Termine, Ziele und Gedanken werden strukturiert festgehalten.

Ich selbst nutze diese Methode seit vielen Jahren – und sie hat meinen Alltag nachhaltig verändert. Bullet Journaling schafft Überblick, Klarheit und Bewusstsein darüber, wofür wir unsere Zeit nutzen.

Es ist Planungswerkzeug und Reflexionshilfe zugleich – und lässt sich wunderbar mit anderen Journaling-Formen kombinieren.

Journal-Seite oder Tagebuchseite mit Zeichnungen, Sketchnotes, Stickern, Farben und Collage-Elementen

Dankbarkeit kultivieren – Gratitude Journaling

Beim Dankbarkeits-Journaling richtest du deinen Fokus bewusst auf das Positive. Du hältst regelmäßig fest, wofür du dankbar bist – große Dinge genauso wie kleine Alltagsmomente.

Ein paar Impulse dafür:

  • Schreibe täglich drei bis fünf Dinge auf
  • Sei konkret und persönlich
  • Spüre in die Dankbarkeit hinein
  • Baue ein festes Ritual auf
  • Nutze Texte, Listen, Zeichnungen oder Bilder

Dankbarkeit verändert den Blick. Sie macht uns achtsamer, zufriedener und präsenter im eigenen Leben.

Mit Bildern erzählen – Visual Journaling

Visual Journaling verbindet Schreiben mit Zeichnen, Collagen, Fotos, Sketchnotes oder Stickern. Gedanken und Gefühle werden nicht nur in Worte, sondern auch in Bilder übersetzt.

Hier darfst du:

  • spielerisch und intuitiv arbeiten
  • verschiedene Materialien ausprobieren
  • Regeln über Bord werfen
  • deinem Ausdruck freien Lauf lassen

Visual Journaling eignet sich auch wunderbar für Reisejournale oder kreative Rückblicke. Es ist eine Form der Selbstreflexion, die über Sprache hinausgeht und tief wirken kann.

Journaling mit Listen Klar, kurz, kraftvoll

Klar, kurz, kraftvoll – Journaling mit Listen

Listen sind ein unterschätztes Werkzeug. Sie bringen Ordnung, ohne einengen zu müssen. Eine Liste ist nie wirklich abgeschlossen – sie darf wachsen, sich verändern und weitergedacht werden.

Mögliche Listen für dein Journal:

  • To-do-Listen
  • Wunsch- und Bucket Lists
  • Dankbarkeitslisten
  • Lese- oder Filmlisten
  • Ziele und Träume
  • Tageshighlights
  • Erkenntnisse über dich selbst
  • Positive Affirmationen

Listen helfen dir, Muster zu erkennen und Prioritäten sichtbar zu machen.

Eine einfache, aber starke Listenübung

  1. Schreibe eine Minute lang auf, womit du am liebsten deine Zeit verbringen würdest
  2. Schreibe danach eine Minute lang auf, womit du tatsächlich deine Zeit verbringst
  3. Vergleiche beide Listen
  4. Wähle einen Punkt aus Liste 1 und überlege, wie er in Liste 2 Platz finden kann

Ein kleiner Schritt kann große Veränderungen anstoßen.

Der wichtigste Schritt: die „Ernte“

Egal, welche Methode du nutzt – dieser Teil ist für mich entscheidend.
Wenn du mit dem Schreiben fertig bist, lies alles noch einmal durch. Dann beginne eine neue Seite und vervollständige folgende Sätze:

  • Wenn ich das lese, merke ich …
  • Wenn ich das lese, stelle ich fest …
  • Wenn ich das lese, fühle ich …
  • Wenn ich das lese, überrascht mich …
  • Wenn ich das lese, wünsche ich mir …

Nimm dir dafür etwa drei Minuten Zeit.
Diese „Ernte“ macht aus Journaling ein echtes Werkzeug für persönliches Wachstum.

Journal mit Dankbarkeitsliste oder Bullet-Listen

Journaling beginnen – sanfte Tipps für den Start

Viele fragen sich: Wie fange ich an?
Die Antwort ist einfach: klein, ehrlich und ohne Druck.

Starte mit einer Frage, einer Liste oder ein paar freien Gedanken. Setze dir bewusst Grenzen – zum Beispiel durch einen Timer oder eine Seitenzahl. Das erleichtert den Einstieg und hilft, eine Routine aufzubauen.

Inspiration findest du überall: in Magazinen, Büchern oder durch kleine Schreibimpulse. Mit der Zeit entsteht dein ganz eigener Rhythmus.

Was du wirklich brauchst

Eigentlich nur zwei Dinge:
🖊️ einen Stift*
📓 ein Notizbuch*

Natürlich darf es auch mehr sein. Schönes Papier, gute Stifte oder ein besonderes Format können das Schreiben noch angenehmer machen. Entscheidend ist jedoch nicht das Material, sondern dass du den Stift in die Hand nimmst.

Handschriftliches Schreiben bringt uns aus dem Kopf in den Körper. Es erdet, entschleunigt und macht uns handlungsfähig.

Häufige Fragen zum Journaling

Was ist Journaling einfach erklärt?

Journaling ist eine Methode, bei der du Gedanken, Gefühle, Ideen oder Ziele schriftlich festhältst. Im Gegensatz zum klassischen Tagebuch geht es weniger um das Tagesgeschehen, sondern mehr um Selbstreflexion, Klarheit und den Blick nach innen.

Was ist der Unterschied zwischen Journaling und Tagebuch schreiben?

Beim Tagebuchschreiben dokumentierst du meist Ereignisse deines Alltags. Journaling ist freier und vielseitiger: Du kannst mit Listen, Fragen, Bildern, Dankbarkeit oder kreativem Schreiben arbeiten – ganz unabhängig von einem bestimmten Tag.

Wie fange ich mit Journaling an?

Der Einstieg ins Journaling ist ganz einfach. Du brauchst nur ein Notizbuch und einen Stift. Starte mit ein paar freien Sätzen, einer Dankbarkeitsliste oder einer einfachen Frage wie: Was beschäftigt mich gerade? Wichtig ist, ohne Druck zu schreiben.

Wie oft sollte man journaln?

Es gibt keine feste Regel. Manche Menschen schreiben täglich, andere nur ein- oder zweimal pro Woche. Entscheidend ist, dass Journaling für dich unterstützend ist und sich gut in deinen Alltag integrieren lässt.

Welche Journaling-Methoden eignen sich für Anfänger?

Für Anfänger sind besonders geeignet:

  • Freewriting (freies Schreiben ohne Bewertung)
  • Dankbarkeits-Journaling
  • Journaling mit Listen
  • Bullet Journaling in einfacher Form

Diese Methoden sind leicht umzusetzen und erfordern keine Vorkenntnisse.

Brauche ich spezielles Material fürs Journaling?

Nein. Für Journaling reicht ein einfaches Notizbuch und ein Stift. Wenn du möchtest, kannst du dein Journal mit Farben, Stickern oder Zeichnungen gestalten – das ist aber kein Muss.

Kann Journaling beim Stressabbau helfen?

Ja, viele Menschen nutzen Journaling, um Gedanken zu sortieren, Stress abzubauen und Gefühle besser zu verstehen. Durch das Schreiben schaffst du Abstand, Klarheit und einen bewussteren Umgang mit dir selbst.

Fazit: Dein Weg, dein Journal

Alle Methoden lassen sich mischen, verändern und neu entdecken. Höre darauf, was du gerade brauchst. Journaling ist kein starres System, sondern ein lebendiger Prozess.

Alles darf – nichts muss.

Und genau darin liegt seine größte Stärke.

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